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Entstehung: Schweizer Jasskarten Redesign

Schweizer Jasskarten gehören zu den vertrautesten Dingen im Alltag: man kennt jede Figur, jede Farbe, jede Nuance. Genau darum habe ich mich bewusst an ein Schweizer Jasskarten Redesign gewagt. Mein Ziel war kein modisches Experiment, sondern eine konservative Weiterentwicklung: spielbar, traditionell und präzise – ohne den Charakter der klassischen Karten zu verlieren.Schweizer Jass und Fässler Jass stehen für Kontinuität und Wiedererkennung. Für mich ist das nicht nur ein Spiel, sondern ein Stück Schweizer Alltagskultur. Und genau das verdient eine Umsetzung, die technisch neu ist, aber visuell demütig bleibt.

Konservativ heisst: Spielbarkeit vor Stilbruch

Ein feines Redesign klingt harmlos, ist aber extrem komplex: Man darf fast nichts verändern, und genau das ist der Punkt. Jasser sind Gewohnheitstiere – über Generationen wird mit denselben Bildern gespielt.

Wer die Karten sehr eng in der Hand hält, sieht oft kaum die Indizes. Erfahrene Spieler erkennen dann Karten an minimalen Merkmalen – manchmal an Details wie einer Ärmelfarbe. Wenn man dort «einfach mal» etwas hübscher macht, leidet die Spielbarkeit sofort. Darum gilt bei diesem Projekt: Änderungen nur dort, wo sie das Spiel stabiler machen – nie dort, wo sie es irritieren.

Getestet in echten Runden: Stans und Zentralschweiz

Die Karten wurden in mehreren Testspielen in Stans und der Zentralschweiz ausprobiert – nicht als «Showcase», sondern ganz normal am Tisch. Immer wurden sie gespielt, ohne vorher darauf aufmerksam zu machen, dass es sich um ein Redesign handelt.

Und ja: Jasser sind ein spezielles Völkchen. Wenn kein Kommentar kommt, ist das oft das grösste Kompliment. Gelobt wird selten – kommentiert wird meistens nur, wenn etwas stört. Genau darum waren diese Tests so wertvoll.

Nach mehreren Runden (teils auch in dunklen Beizen, wo Lesbarkeit wirklich zählt) wurden Details nochmals optimiert: Indizes, Kontrast, kleine Unterschiede in der Klarheit – all das, was im Alltag entscheidet, ob eine Karte «einfach funktioniert».

Warum keine Künstlerkarten: Freiheit ist einfacher als Tradition

Künstlerkarten sind oft einfacher zu machen: Man muss sich an nichts halten, kann komplett frei sein und alles neu erfinden. Die Herausforderung hier war genau das Gegenteil: den klassischen, konservativen Jasser anzusprechen.

Ich wollte keine Karten, die man einmal anschaut und dann wieder weglegt. Ich wollte Karten, die man Abend für Abend spielt – ohne Irritation, ohne Diskussion, ohne Umstellung.

Warum eine Neuillustration überhaupt nötig ist

Die aktuellen Illustrationen, wie man sie heute kennt, sind in vielen Ausgaben im Kern Kopien über Jahrzehnte hinweg. Es wird selten wirklich optimiert, sondern meistens nur reproduziert.

Ein kleines Beispiel, das im Alltag viel ausmacht: In manchen Decks sind Indizes und Zahlen typografisch in einer anderen Schrift als Bezeichnungen wie Ober, Under, König. Das wirkt auf den ersten Blick banal, macht ein Deck aber unruhig und inkonsistent – und genau solche Dinge summieren sich.

Mein Ziel war: das Bekannte behalten, aber die Qualität auf ein Niveau bringen, das man heute erwarten darf.

Was sich verbessert hat: Typografie, Indizes, Kontrast

Der Anspruch war: Es soll fast gleich aussehen, aber besser funktionieren. Darum habe ich alles überarbeitet – Illustration, Typografie, Indizes und die Gesamtkomposition – im Ausdruck jedoch bewusst zurückhaltend.

Typografie und Indizes
Die Typografie wurde konsequent vereinheitlicht und optimiert. Zahlen und Indizes sind nun typografisch sauber mit den Bezeichnungen wie Ober, Under und König zusammengeführt. Dadurch wirkt das Deck ruhiger und konsistenter, und man ist auch bei enger Kartenhaltung schneller sicher.

Illustration und Kontrast
Die Illustrationen sind komplett neu aufgebaut, bleiben aber traditionell im Charakter. Linien und Flächen sind schärfer, klarer und mit bewusstem Kontrast gestaltet, damit wichtige Details im Spiel schneller erfassbar sind.

Gesichter und Feinheiten
Gesichter und kleine Elemente habe ich dort erneuert, wo historische Vorlagen uneinheitlich, zufällig oder technisch limitiert waren – ohne neue Attitüde, sondern mit dem Ziel von Ruhe und Stimmigkeit.

Auf den ersten Blick sehen die Karten fast gleich aus. Auf den zweiten Blick erkennt man die grossen Unterschiede – nicht als Show, sondern als Qualität.

Technisch komplett neu: digitale Illustration und Vektoren

So konservativ der Look ist, so modern ist die Grundlage: Die Karten sind komplett digital neu illustriert und als saubere Vektoren aufgebaut. Dadurch sind sie präzise, skalierbar und langfristig pflegbar – ohne Abhängigkeit von alten Scans, Druckzufällen oder Workarounds.

Meine Entscheidungen basieren auf über 20 Jahren Erfahrung als Grafiker: nicht, um Tradition zu «verbessern», sondern um sie sauber weiterzuführen.

Wertschöpfungskette in der Schweiz

Mir ist wichtig, dass diese Arbeit nicht nur visuell Schweizer Kulturgut zeigt, sondern auch in der Umsetzung eine Haltung hat. Viele grosse Hersteller lassen im Ausland produzieren und arbeiten teils bis heute mit praktisch unveränderten Kopien historischer Vorlagen. Ich will bewusst einen anderen Weg: nicht endlos kopieren, sondern neu gestalten – und dabei die Wertschöpfungskette in der Schweiz so weit wie möglich stärken.

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Fässler Jass: Warum 60 + 2 Karten?

Fässler Jass ist aus einem ganz praktischen Problem entstanden: Wer mit mehr als vier Personen jassen will, nimmt oft zwei Kartensets. Dann ist jede Karte doppelt vorhanden – das verändert das Spielgefühl und ist schlicht unpraktisch.Um 2020, zur Corona-Zeit, kam Danny Fässler auf mich zu. Ihn störte genau das. Daraus entstand die Idee für Fässler Jass: ein Set mit 60 + 2 Karten. Pro Farbe kommen die Karten 1, 2, 3, 4 und 5 dazu. Ergänzt wird das Deck durch die Fässler-Karte zwischen Banner (10) und Under sowie zwei Joker: Wilhelm Tell und Helvetia.

Der grosse Vorteil: Man kann viele Lieblingsspiele neu auch zu sechst spielen, ohne ein zweites Deck zu brauchen. Gleichzeitig bleibt das Set flexibel: Wer wie gewohnt mit 36 Karten spielen will, entfernt einfach die Zusatzkarten 1–5, die Fässler-Karten und die beiden Joker.

Nach ersten Tests war es meine Idee, die zwei Joker bewusst als Brücke zu verstehen: nicht als Gag, sondern als Erweiterung Richtung Universalspiel. Neben Jass-Varianten sind damit auch andere Spiele möglich, zum Beispiel Rommé, Memory, Poker oder Elfer-Aus. Genau deshalb wird Fässler Jass oft in Rekrutenschulen gespielt und kommt auch bei Jüngeren gut an.

Leider ist Danny Fässler nach kurzer Krankheit kurz vor seiner Pension gestorben. Umso wichtiger ist mir, dass seine Idee weiterlebt: als spielbare, pragmatische Weiterentwicklung mit Schweizer Bodenhaftung.

Eine Rückmeldung hat mich besonders gefreut: Ein Familienvater meinte, Fässler Jass eigne sich sogar gut, um kleinen Kindern beim Zählen zu helfen – weil die Karten von 1 bis 10 sauber durchlaufen.

Allgemein

Künstlerkarten priorisieren Ausdruck und Idee. Spielbare Jasskarten priorisieren Wiedererkennung, Tempo und Sicherheit am Tisch. Dieses Schweizer Jasskarten Redesign ist bewusst spielbar, konservativ und traditionell.

Weil Wiedererkennung das Wichtigste ist. Ein gutes konservatives Jasskarten Redesign wirkt erst beim genaueren Hinsehen: konsistentere Typografie, klarere Indizes, schärfere Illustrationen und besserer Kontrast.

Der Fokus liegt auf klassischen Schweizer Jasskarten: Deutschschweizer, französische Varianten und Fässler Jass.

Weil erfahrene Spieler Karten oft an winzigen Merkmalen erkennen – besonders wenn Indizes verdeckt sind oder die Karten eng gehalten werden. Schon kleine Änderungen können das Spiel stören.

Sie sind neu: Die Illustrationen sind digital neu aufgebaut, technisch sauber (Vektoren) und typografisch vereinheitlicht. Visuell bleibt es traditionell, damit es sich wie klassische Schweizer Jasskarten anfühlt.

Fässler Jass

Pro Farbe kommen die Karten 1 bis 5 dazu, dazu gibt es zwei Joker (Wilhelm Tell und Helvetia) sowie die Fässler-Karte zwischen Banner (10) und Under.

Damit man mit mehr Spielern spielen kann, ohne ein zweites Deck zu brauchen. Das Set wird sinnvoll erweitert und bleibt trotzdem vertraut in den Sujets.

Ja. Man entfernt einfach die Zusatzkarten 1–5, die Fässler-Karten und die beiden Joker.

Man kann damit viele Spiele neu auch zu sechst spielen.

Neben Jass-Varianten sind auch andere Spiele möglich, zum Beispiel Rommé, Memory, Poker oder Elfer-Aus. Fast jedes Kartenspiel ist möglich.

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